Teesorten

Oolong: Der Tee zwischen den Welten

Kaum eine Teefamilie ist so vielseitig wie Oolong. Zwischen einem hellen, blumigen Hochland-Oolong aus Taiwan und einem dunkel gerösteten Felsentee aus den Wuyi-Bergen liegen geschmacklich Welten – und doch gehören beide zur selben Kategorie.

Gerollte Oolong-Blätter entfalten sich in goldenem Aufguss
Gerollter Oolong entfaltet sich über mehrere Aufgüsse.

Was ist Oolong?

Oolong (chinesisch „Wulong“, „schwarzer Drache“) ist ein teiloxidierter Tee. Die Blätter werden nach dem Welken gezielt bewegt oder geschüttelt, sodass die Ränder leicht verletzt werden und oxidieren. Je nach Dauer liegt der Oxidationsgrad zwischen etwa 10 und 80 Prozent.

Bekannte Sorten

Tieguanyin (Fujian)

Der „Eiserne Buddha der Barmherzigkeit“ ist meist leicht oxidiert, zu Kugeln gerollt und duftet nach Orchidee und frischer Butter.

Dong Ding (Taiwan)

Mittel oxidiert und oft leicht geröstet. Typisch sind Noten von Honig, Nüssen und reifen Früchten.

Da Hong Pao (Wuyi-Berge)

Ein stark oxidierter und kräftig gerösteter „Felsentee“ mit mineralischem, karamelligem und leicht rauchigem Charakter.

Zubereitung nach der Gongfu-Methode

In China und Taiwan wird Oolong traditionell im „Gongfu-Stil“ zubereitet: viel Tee, wenig Wasser, sehr kurze Aufgüsse.

  1. Kleine Kanne oder Gaiwan (100–150 ml) mit heißem Wasser vorwärmen.
  2. 5–7 g Oolong hineingeben.
  3. Optional: Blätter mit heißem Wasser kurz „wecken“ und den ersten Aufguss weggießen.
  4. Mit 90–95 °C heißem Wasser aufgießen und nach 20–30 Sekunden vollständig abgießen.
  5. Jeden weiteren Aufguss um 5–10 Sekunden verlängern.

Alternative im Alltag: In einer normalen Teekanne funktionieren 3–4 g auf 300 ml Wasser bei 2–4 Minuten Ziehzeit ebenfalls gut.

Fazit

Oolong lädt zum Entdecken ein. Wer neugierig ist, beginnt am besten mit einem leicht oxidierten Tieguanyin und einem kräftigeren Dong Ding – der direkte Vergleich zeigt eindrucksvoll, wie viel die Verarbeitung ausmacht.

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